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Verfasser schildert in höchst anschaulichem Novellenstil die Liebes-idylle zweier Knaben und eines Mädchens im Alter von 3½ —5 Jahren und will damit den Psychiatern das vor Augen führen, was sie immer noch nicht glauben wollen, nämlich „daß die ersten untrüglichen Äußerungen des Geschlechtsempfindens beim Kinde meist so alt sind wie — sagen wir — die ersten Gehversuche, wenn nicht älter“. Die Arbeit hält, was sie versprochen. Sie zeigt, daß der Sexualtrieb schon im frühesten Kindesalter auftritt und sich dann schon auf psychischem Gebiet als „Schamhaftigkeit, Fürsorglichkeit, Opferwilligkeit, Ritterlichkeit“ äußern kann, wie beim Erwachsenen.
Verfasser begnügt sich wohl absichtlich mit der reinen Schilderung. Von psychoanalytischen Erklärungen hält er sich fern. Nur Stekel wird kurz zitiert. Aber der Verdienste der Analyse und ihres Begründers bei der Erforschung der kindlichen Sexualität wird keinerlei Erwähnung getan. Die psychoanalytischen Ergebnisse werden nicht berücksichtigt.
Eine irreführende Äußerung des Verfassers ist zurückzuweisen: Nach der Schilderung eines Liebeserlebnisses eines Knaben mit einem kleinen Zigeunermädchen bemerkt Verfasser auf S. 375: „Ich will damit natürlich nicht behaupten, daß das erwähnte Erlebnis im Sinne der Freudianer als ein Trauma gewirkt habe. Was für bedauernswerte arme Krüppel müßten wir, die wir nach meiner Behauptung fast alle ähnliche Jugenderfahrungen haben, sonst sein.“ Daß die Psychoanalytiker nie behauptet haben, daß ein solches Erlebnis allein als neuroseerzeugendes Trauma wirke, dürfte auch dem Verfasser bekannt sein. Dazu gehören doch noch verschiedene andere Faktoren (z. B. Fixierung, Verdrängung). Daß dem in dieser Erzählung erwähnten Knaben eine starke Mutterfixierung eigen ist, die auch seine späteren Jahre beherrscht) geht aus der Darstellung des Verfassers sehr deutlich hervor.
E. Blum.