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Wenige Paraphreniker können ein umfangreicheres Analysenmaterial hinterlassen haben, als Strindberg getan hat: die große deutsche Strindberg-Ausgäbe hat, obwohl noch nicht abgeschlossen, schon heute die Zahl von vierzig Bänden erreicht. Eine große Anzahl dieser Bände ist autobiographischen
Inhalts oder verleiht Strindbergs persönlichen Ansichten und Urteilen direkten Ausdruck; andere wieder, seine Theaterstücke, Romane und Novellen, enthüllen seine inneren und äußeren Erlebnisse mit einer für dichterische Werke seltenen Offenheit. Man geht scheinbar nicht fehl, wenn man die Leidenschaft, seine intimsten Angelegenheiten sofort vor dem Publikum auszubreiten, als einen der pathologischen Züge seines Charakters auf faßt. Neben dieser Menge von Selbstbekenntnissen existiert dann noch eine ganze Anzahl von Schilderungen Strindbergs aus der Feder seiner Zeitgenossen. Vielleicht war es gerade diese Masse des Materials, die bis jetzt die Kommentatoren geschreckt hat; Tatsache ist jedenfalls, daß bis heute nicht mehr als zwei oder drei ernstzunehmende psychologische Studien über Strindberg erschienen sind und die streng psychoanalytische Beschäftigung mit diesem Thema sich vorläufig auf eine aufschlußreiche Fußnote in Ranks „Inzestmotiv in Dichtung und Sage“ beschränkt hat. Auch die drei kleinen, vorliegenden Untersuchungen, die alle in letzter Zeit erschienen sind, werden diesem Mangel nicht endgültig abhelfen können. Sie gehen von sehr verschiedenen Standpunkten an das Thema heran, um einen politischen Vergleich zu gebrauchen, könnte man sagen: vom Zentrum bis zur äußersten Linken. Professor Jaspers gibt wohl zu, daß sich die Symptome der Strindbergschen Psychose mit Hilfe psychologischer Terminologie beschreiben lassen; was er aber den schizophrenen „Prozeß“ nennt — die Krankheit selber — ist für ihn etwas nicht Psychisches, vom psychologischen Standpunkt aus „Gegebenes“ und die Mehrzahl der psychischen Symptome bloße Reaktionen auf den Prozeß und Versuche des Kranken, i