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Seit unserem letzten Bericht, vor genau einem Jahre (diese Zeitschrift, VIII/1, , S. 103ff), scheint die Psychoanalyse in Frankreich an Boden gewonnen zu haben, namentlich in medizinischen Kreisen, während anfangs fast ausschließlich literarische Stimmen die Aufmerksamkeit des breiteren Publikums auf die Psychoanalyse gelenkt hatten. Als ein Zeichen des erwachten wissenschaftlichen Interesses, das sich offenkundig an das Erscheinen der französischen Übersetzungen von Freuds „Vorlesungen“ und „Alltagsleben“ knüpft, ist auch die Neuauflage der ersten französischen Darstellung der Psychoanalyse durch Régis etHesnard („La Psychoanalyse des Névroses et des Psychoses“) anzusehen. Das Buch ist bedauerlicherweise bei den gleichen Widerständen von 1914 stehengeblieben, obwohl Hesnard, nach anderen Äußerungen zu schließen, persönlich im Verständnis und der Anerkennung der Analyse weitergekommen ist. (Professor Régis ist während des Krieges hochbetagt gestorben.) Wie wir hören, soll er für den nächsten Jahreskongreß der Irren- und Nervenärzte Frankreichs ein Sonderreferat über die Psychoanalyse vorbereiten.
Daß daneben die Pariser Fakultät nur zaghaft und unter Widerständen sich dazu bequemt, von der Psychoanalyse Notiz zu nehmen, kann uns um so weniger überraschen, als ja Janets Einfluß auf die psychologische Schule des Collège de France noch unvermindert fortdauert und überdies — wie fast alle Publikationen über die Psychoanalyse zeigen — in Frankreich außer den üblichen Widerständen noch der nationalistische Eigendünkel als wesentliche Verschärfung hinzukommt.
Um so erfreulicher sind einzelne rühmliche Ausnahmen unter den jüngeren Neurologen (Schülern des verstorbenen Professors Dupré), die sich bemühen, die Psychoanalyse wirklich zu verstehen und sie rein wissenschaftlich zu beurteilen. Dr. Lhermitte, einer der Repräsentanten dieser Schule und gewesener Assistenzarzt der Salpêtrière, veröffentlicht in „Clinique et Laboratoire“ (Paris, 30. Août ) eine kurzgefaßte Da