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Als ich nach experimentell-psychologischen Studien vor mehr als zehn Jahren mich mit Psychoanalyse zu beschäftigen anfing, mußte ich wegen der gegenseitigen feindlichen Gesinnung einiger Vertreter dieser zwei psychologischen Arbeitsrichtungen oft den Kopf schütteln. Doch Jungs „Diagnostische Assoziationsstudien“ hatten schon damals das Eis gebrochen; und gerade jetzt, in den letzten Jahren, haben sich W. Stern, G. Heymans, R. Müller-Freienfels nicht gescheut, zum Beweis eigener Ansichten Ergebnisse der Psychoanalyse heranzuziehen; in psychologischen Zeitschriften erscheinen psychoanalytisch eingestellte Aufsätze oder einzelne Behauptungen der Psychoanalyse experimentell untersuchende Arbeiten (Zeitschr. f. angewandte Psychologie, Archiv für die gesamte Psychologie) und Freud selbst hat wiederholt darauf hingewiesen, daß manche psychoanalytische Ideen auf Fechner zurückgeführt werden können.
Die vorliegende Arbeit stützt sich einerseits auf Experimente, andererseits auf normalpsychologische und psychoanalytische Studien und Analysen. Daß eine synthetische Einheit zustande kam, hat sich sozusagen von selbst, ohne jede Mühe ergeben. Ich fasse diese Leichtigkeit der Synthese als Symbol für das ganze Gebiet der Psychologie auf, als Symbol dessen, daß Psychoanalyse und Normalpsychologie vereint in die Wissenschaft der Zukunft eintreten werden.
Unser Wissen, wenn es auch noch so allgemeingültig ist, fußt stets auf ganz speziellen Erfahrungen und Untersuchungen. Die Verallgemeinerung bedeutet immer einen vagen Sprung