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Wir verdanken den „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ Freuds die Erkenntnis, daß die Perversion die Durchsetzung eines überstark entwickelten Partialtriebes bedeute, der, anstatt sich mit der Befriedigung durch die Yorlust abzufinden, das durch die normale Entwicklung hergestellte Primat der Genitalien auf eine andere erogene Zone, respektive auf ein mit diesem unvereinbares Sexualziel verschoben habe. Die Richtigkeit dieser Behauptungen ist durch alle späteren Erfahrungen bestätigt und in keiner Weise eingeschränkt oder verändert worden. Eher scheint es, als ob durch die dauernde psychoanalytische Beschäftigung mit den Perversionen neue Probleme hinzugekommen wären, welche gewisse Zusätze erforderlich machen.
Das wichtigste dieser Probleme läßt sich als die Frage der Stellung der Perversion zum Ödipuskomplex, sowie zum Unbewußten und zur Verdrängung formulieren. Es handelt sich in Wirklichkeit nur um eine Frage, die sich nur, je nachdem die Betrachtungsweise mehr vom Gesichtspunkt des Materiales oder von dem der psychischen Topik aus erfolgt, verschieden fassen läßt. Auch hier hat Freud den Weg gewiesen und zuerst in „Ein Kind wird geschlagen“1 deutlich gemacht, daß unser Verständnis der Perversion sehr unvollständig ist, solange dieser Kernkomplex nicht genügend und vor allem nicht als gesetzmäßig berücksichtigt wird. An einem Sonderfall wurde auch wirklich dargetan, daß es sich um Niederschläge des Ödipuskomplexes handle; der überstarke Partialtrieb würde sich dann nicht geradlinig in die Perversion fortsetzen, sondern er müßte, wie ein Lichtstrahl durch die Linse, durch den Ödipuskomplex hindurchgehen und uns würde es obliegen, den Brechungswinkel festzustellen und daraus unsere Folgerungen zu ziehen. Damit stimmt es auch überein, daß die perverse