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Aus der Literatur und aus eigener Beobachtung bringen die Autoren zahlreiche Fälle, welche die psychogene Entstehung des Tics beweisen. Mit Recht betonen sie, daß der Tic auf nicht psychoanalytischem Wege kaum je wirklich geheilt wird. Sie widersprechen der Ferenczi sehen Auffassung, denn für „viele Fälle hat sich keine Spur einer Genitalisierung nachweisen lassen, während andere deutlich ihren sexuellen Ursprung verraten“. Es handelt sich bei dieser Frage um theoretische Probleme, die durch so kurze und relativ oberflächliche Analysen, wie es die mitgeteilten sind, nicht gelöst werden.
Der Tic ist nicht, wie Charcot ihn charakterisierte, eine Karikatur einer Handlung, sondern ein Rudiment einer solchen. Er ist ursprünglich logisch und sinnvoll. In allen Fällen war es möglich, eine Spaltung der Persönlichkeit nachzuweisen. Diese ist das Motiv der Willensschwäche, welche für an Tic leidende Personen charakteristisch ist.
Der Tic ist ein psychogenes Leiden, das durch einen psychischen Konflikt verursacht wird. Er dient verschiedenen Tendenzen. Er kann verdrängte Begierden, autoerotische Regungen darstellen, er kann ein Erinnerungsbild, Vorwurf, Stimme des Gewissens sein, aber auch den Wunsch nach Wiederholung (Wiederholungszwang) ausdrücken. „Jeder verbotene Gedanke, der bewußtseinsunfähig ist, kann sich motorisch als Tic ausdrücken.“ Es gibt Fälle, in denen eine nicht vollzogene Handlung zum Tic wird, und andere, in denen die Handlung wirklich vollzogen wurde, aber der Wunsch dabei unerfüllt blieb. Der Tic kann der Warnung dienen und nicht einem Wunsche. Der Tic unterscheidet sich vom Zwange dadurch, daß er automatisch und ohne Zwangsgefühl erfolgt, auch ohne Todesklausel besteht, ferner dadurch, daß seine willkürliche Unterdrückung selten mit Angst verbunden ist. Zusammenfassend heißt es: Der Tic ist ein steckengebliebener Impuls, er ist der Ausdruck eines Verrates, der Spiegel einer Tat, die Karikatur einer Tat, er ist eine sterile Tat.
Wenn man die vielen, nachlässig