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An den verschiedensten deutschen internen Kliniken — nicht an den österreichischen — beginnt man auf die psychischen Quellen gewisser interner Krankheiten aufmerksam zu werden. Erfreulicherweise geht man dabei an der Psychoanalyse nicht vorüber. Ja, man ist erstaunt, in der vorliegenden Arbeit zu lesen, daß v. Bergmann schon 1912 darauf hingewiesen haben soll, „die Psychoanalyse, die durchaus zum Rüstzeug für die Diagnostik und Therapie des Internisten gerechnet werden muß, nicht zu vernachlässigen“.
Der Autor des Aufsatzes führt nun einige Organneurosen an — Magen-, Herz-, Darmneurosen, bei denen unter anderem die Aufdeckung und Abreaktion eines Ekelkomplexes, beziehungsweise Schreck- oder Angstkomplexes in der Hypnose zur Beseitigung des organneurotischen Symptoms geführt hat. Also eine Art kathartischer Methode. Daß auf diesem Wege ein Symptom beseitigt werden kann, ist nicht zu bezweifeln. Zu Unrecht wird jedoch bei solchem Tun die Psychoanalyse zum Zeugen angerufen. Im übrigen zeigt der Verfasser am Schlüsse des Aufsatzes selbst seine Einstellung zur Psychoanalyse, wenn er mit Beziehung auf die angeführten Krankengeschichten meint, daß die neurotischen Organstörungen nicht immer aus der „Sexualsphäre im Sinne Freuds“ kommen, sondern daß der Konflikt mit den beiden gewaltigsten von der Natur ins Unterbewußtsein eingepflanzten Trieben, den Trieben zur Erhaltung seiner selbst und der Art, am ehesten zur Neurose führt“.
Dr. Felix Deutsch.