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Die psychiatrische Forschung bewegte sich in ihrem Bestreben nach einer Pathologie der Geisteserkranküngen seit längster Zeit abwechselnd nach zwei Richtungen hin: die eine war die psychisch-vitalistische, die andere die materialistisch-somatische Forschungsweise. Die jatromechanische und chemische Auffassung des XVII. Jahrhunderts wurde von Stahls Vitalismus abgelöst und als Reaktion auf dieselbe setzte wieder jene materialistische Psychiatrie ein, die sich vom Anfang des XIX. Jahrhunderts bis auf den heutigen Tag behauptete. Als fester Block, berufen den wechselweise wiedererscheinenden, in ihren extremen Aufstellungen beiderseits unfruchtbaren Strömungen einen Halt zu gebieten, erscheint nun die psychoanalytische Forschungsmethode. Diese verhält sich dem materialistisch-naturwissenschaftlichen Denken — also dem groben psycho-physischen Parallelismus — gegenüber ebenso ablehnend, wie gegenüber der metaphysischen oder transzendentalen Spekulation oder der scholastischen Psychologie. Sie hegt nicht — wie die eine Hauptrichtung der Pathologie — die Erwartung, durch Bloßlegung anatomischer oder physiologischer Veränderungen psychische Symptome unmittelbar zu erklären, ebensowenig als sie sich — gleich der anderen Richtung — psychologisierenden Spekulationen ergibt. Sie hält sich streng an die psychischen Erscheinungen und trachtet dieselben für sich, das heißt, in ihrer psychischen Dynamik, Topik und Ökonomie zu erkennen und zu beleuchten.
Daß diese „metapsychologische“ Betrachtungsweise dem Hineingleiten in die drohenden Abgründe sowohl auf der einen als auf der anderen Seite zu entgehen vermochte, das war großenteils dem von Freud eingeführten Triebbegriff zu verdanken, mit dessen Hilfe die Psychoanalyse an einer Klinik