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Es kann heute als entschieden gelten, daß die Psychoanalyse unsere gesamte Weltanschauung bahnbrechend beeinflußt hat und einen hervorragenden Rang in der Geistesgeschichte der (abendländischen) Menschheit einnimmt. Die nachfolgenden kurzen Erörterungen machen den Versuch, auf die nähere Art dieser Beziehungen der von Freud ausgehenden Wissenschaft einige Streiflichter zu werfen.
Fragen wir zunächst, was das wissenschaftliche Denken der Einführung der psychoanalytischen Forschungsart und den durch sie erzielten allgemeinsten Ergebnissen zu verdanken hat, so dürfte uns die Antwort nicht schwer fallen. Es wurde entdeckt, daß wir dort Gesetzmäßigkeiten festzustellen vermögen, wo wir früher zwischen dem Glauben an dunkle Mächte und der Annahme eines blinden Zufalls schwankten; daß ungeahnte neue Wege in der empirischen Ergründung belangreicher Wissensgebiete der Eröffnung harren; daß wir uns mit dem Rüstzeug der nüchternen Wissenschaftlichkeit und der sachlichen Vernunft an Dinge heranwagen können, die bislang allein im Volksglauben, in der Kunst und in den Nebelgebilden mystischer Spekulation ihr Wesen durchschimmern ließen; daß Höheres sich aus Niederem zusammensetzt, ergibt sich nicht nur einem blutleeren Postulat gemäß, sondern gleichsam vor unseren Augen. Die Naturwissenschaft, der Positivismus, der Determinismus, der Empirismus und Rationalismus zugleich, insoweit sie den Gegensatz zu Übersinnlichkeit und Metaphysik bezeichnen, erhielten eine neue Hilfstruppe, wurden eines neuen Bundesgenossen teilhaftig. Ja, erst jetzt wurden ihre Annahmen, die man früher oft nur axiomatisch zu begründen versucht hatte und die somit selbst dem verpönten „Glauben“