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Vor etwa drei Jahren machte ich die Bekanntschaft eines jungen Mannes, der in einem größeren Amte als Archivar beschäftigt war. Sein Äußeres schien so merkwürdig, daß er recht gut als Modell einer Statue der Askese hätte dienen können. Der Körper war erschreckend mager, das durchgeistigte Antlitz auffallend blaß, die Augen darin unstet herumschweifend. Schon auf den ersten Blick zog seine sonderbare Erscheinung unwillkürlich die Aufmerksamkeit auf sich. Ich befragte seinen Chef, wer denn dieser junge Mann sei, und als ich sein Erstaunen merkte, begründete ich meine Neugierde:
„Die obere Partie seines Schädels, beiläufig bis zur Nase, ist edel geformt. Etwas nicht Alltägliches kennzeichnet diesen Kopf.“
Der Chef lachte spöttisch:
„Ihr Schriftsteller schnüffelt immer nach etwas Außerordentlichem. In diesem edlen Schädel wohnt nur die Dummheit, oder, wenn es Ihnen besser gefällt, die Narrheit.“
Ich ließ nicht ab, sondern forschte weiter:
„Und worin manifestiert sich diese Dummheit oder Narretei?“
Worauf ich sofort eine genaue Definition erhielt:
„Er ist ein Spiritist und ein Weiberfeind dazu. Statt seine Arbeit gewissenhaft zu verrichten, befaßt er sich damit, jene seiner Kollegen, die sich überhaupt mit ihm ins Gespräch einlassen, teils für den Spiritismus zu gewinnen, teils zu Weiberhassern zu machen. Freilich, Erfolge sind dem Manne nicht beschieden! Die ihn ernst nehmen, finden ihn ekelhaft, und die anderen lachen ihn aus.“