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Die psychoanalytische Behandlung jeder Neurose bringt ein Stück Befreiung verdrängter, bezw. infantil fixierter Libido mit sich, die teilweise dazu dient, das verkümmerte Sexualleben des Patienten auf die Stufe des realen erwachsenen Genitalprimats zu heben; andernteils soll die befreite Libido auf dem Wege der Sublimierung in unschädlicher, womöglich sozialer Weise verarbeitet und so neuerdings besser gebunden werden.
Der erste Vorgang wird sich gewiß bei der psychischen oder wie man besser sagen sollte neurotischen Impotenz am deutlichsten, sozusagen handgreiflich verfolgen lassen, da ja hier mit der ersten Aufgabe, der Libidobefreiung, zugleich das therapeutische Ziel der Analyse erreicht ist. Aber es bedarf gerade nicht dieser gewissermaßen aktuellen Psychoneurose, deren Symptombildung sich auf das eigentliche Exekutiv-und Befriedigungsorgan der Libido, das Genitale, beschränkt, um den Prozeß der Libidobefreiung und -Verarbeitung, der das Wesen jeder Analyse ausmacht, zu studieren. In jeder Psychoneurose handelt es sich ja