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Bei der Gründung der Poliklinik der Berliner Psychoanalytischen Vereinigung hegte ich lebhafte Zweifel, ob es möglich sein würde, Patienten durch eine psychoanalytische Behandlung zu heilen, wenn man sie nicht täglich und zudem jedesmal weniger als eine Stunde sprechen würde, da doch Analysen unserer Patienten, welche wir täglich eine Stunde bei uns sehen, eine so überaus lange Zeit bis zu ihrer Beendigung brauchen. Es freut mich nun von einem poliklinisch behandelten Patienten berichten zu können, welcher nach 102 Sitzungen, welche im Durchschnitt weniger als dreiviertel Stunden gedauert und nur jeden zweiten Tag stattgefunden hatten, auf seinen Wunsch mit meinem Einverständnis geheilt entlassen worden ist. Sein Leiden hat der 33jährige Patient auf meinen Wunsch in einem ausführlichen schriftlichen Bericht geschildert, welchen ich ohne jede Abänderung bringe:
„Schon im frühesten Kindesalter wendeten sich meine Blicke dem weiblichen Geschlecht zu. Es reizte mich, wenn junge Damen die Röcke rafften, wie überhaupt jeder Griff nach der Hinterpartie. Ganz besonderen Eindruck machte bei mir das Züchtigen mittels eines Rohrstockes auf das Gesäß. Diese Züchtigungsmethode wurde in meiner Schule in ausgiebigstem Maße angewendet. Auch ich mußte diese Strafe des öfteren erleiden. Wenn andere Knaben darüber anscheinend stillschweigend hinweggingen, so überkam mich ein Gefühl von Scham, Neid und Haß. Ich schämte mich vor dem weiblichen Geschlecht, ärgerte mich, daß die Mädchen nicht aufs Gesäß gezüchtigt wurden. Ich haßte das Lehrpersonal, insbesondere das weibliche, weil dieses auch uns Knaben auf das Gesäß schlug. Später dann machte ich die Wahrnehmung, daß die Mädchen eine stärkere Hinterpartie hatten, und es ärgerte mich um so mehr, daß dieselben nicht diese Züchtigungsmethode über sich ergehen lassen brauchten. Der Ärger hierüber fand insofern dauernde Nahrung, weil meine Erziehung ganz in den Händen meiner Mutter und meiner um fünf Jahre älteren Sehwester lag. Letztere schi