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Die anregenden Darstellungen, die wir immer wieder aus der Feder des Züricher Psychiaters erhalten, sind wohl berechtigt, auch bei seiner neuesten Publikation unser Interesse zu wecken. Das Buch, das sich eine Elementarpsychologie nennt, will nicht nur eine zusammenfassende Beschreibung psychischer Dinge geben, sondern eine Naturgeschichte der Seele. Naturwissenschaft soll auch hier das Fundament der Arbeit sein.
Nach kurzer Besprechung der Mittel, womit wir unsere Psyche kennen lernen, sucht er das Bewußtsein aus der Funklion des Zentralnervensystems abzuleiten. Auf dem Satze: Die Psyche ist eine Gehirnfunktion, baut er seine Arbeit auf und oft genug greift er im Verlaufe der Darstellung auf die organische Grundlage zurück. Das Bewußtsein wird als Funktion, des Gedächtnisses beschrieben: „Es fehlt deshalb jeder Grund, noch andere Bedingungen des Bewußtseins zu suchen, als die oft genannten des Gedächtnisses und der funktioneilen Einheit.“ (S. 44.) Es scheint ihm nun darauf anzukommen, darzulegen:, Wie die bekannten physischen Funktionen des Zentralnervensystems, unter denen natürlich dem Gedächtnis wieder die wichtigste Rolle zukommt, von selbst und notwendig eine Person gestalten, die zur bewußten werden muß!“ (S. 47.)
Der „psychische Apparat“ wird nun unter Heranziehung der Semonschen Engrammlehre nach allen Richtungen hin entwickelt (das Gedächtnis, das Denken, die Affektivität), vermeidet es nicht auf philosophische Fragen einzugehen (Kant, Deussen), die Religiosität und die Religionen kommen zur Sprache, um endlich ins Meer der Lebens-Weltanschauungen zu münden.
Es werden eine Menge von Fragen behandelt, aber noch mehr gestellt. Was mir am Herzen liegt, ist klarzulegen, wieweit psychologische Fragen in engerem Sinne zur Darstellung kommen, Fragen, die ausschließlich in die Erfahrungsebene des Seelenlebens fallen, in der zu verharren wir in der Psychoanalyse gewohnt sind, um überhaupt vergleichbare Größen zu gewinnen. Ich hatte stets den Eindruck, daß die Psycholo