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Der letzte Internationale Kongreß für Psychologie hatte 1909 in Genf stattgefunden. Es gab viele Anzeichen dafür, daß sich die Einstellung zur Psychoanalyse in diesem Zeitraum wesentlich geändert hat. Im Vorstand des Kongresses war die Psychoanalyse durch den Präsidenten der Internationalen Vereinigung vertreten und der Sekretär der Vereinigung war als Vertreter der deutschen Psychologie zum Kongreß eingeladen (der einzige Psychiater in dieser Stellung). Der Ton der während des Kongresses von seiten der verschiedenen Vorsitzenden und Redner gemachten zahlreichen Hinweise auf die Psychoanalyse und die den Vorträgen und Diskussionen der Psychoanalytiker gewährte Aufnahme zeigte klar, daß der Gegenstand allgemein als ergänzender und wichtiger Zweig der wissenschaftlichen Psychologie betrachtet wurde. Unter den sich auf Psychoanalyse beziehenden Vorträgen seien folgende erwähnt:
In seinem Vortrag über das Vorstellungsleben der Kinder verglich Dr. Karl Abraham die Gedanken der Kinder mit denen der Erwachsenen, wies auf seltsame, den ersteren eigene Merkmale hin, und darauf, daß diese sich wiederum im Unbewußten des Erwachsenen vorfinden. Erbetonte beispielsweise die Tatsache, daß das, was dem Erwachsenen als Ähnlichkeit erscheint, vom Kinde oft als buchstäbliche und absolute Identität angesehen wird; diese bildet oft die Grundlage für spätere Symbolik.
Bei einem Diskussionsthema über die „Einteilung der menschlichen Instinkte“ waren die Referenten Dr. J. Drever und Dr. Ernest Jones. Dr. Drever kritisierte Freuds dualistische Auffassung auf Grund ihres vermeintlich geringen empirischen Wertes. Der zweite Redner verteidigte diese Auffassung gerade wegen ihres großen empirischen Wertes und äußerte sich skeptisch über die von akademischen Psychologen aufgestellten Listen unanalysierter „Instinkte“. Es folgte eine lebhafte Debatte.
Dr. Mac Curdy hielt einen Vortrag über bildliche Vorstellungen Inder Phantasie, der von J. C. Flügel vom psychoanalytische