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Am ersten Kongreßtage erwähnte Prof. Lugaro (Prof. der Psychiatrie in Turin), der erbittertste Gegner der Psychoanalyse in Italien, in der Diskussion über De Sarlos Vortrag: „Psychologischer Unterricht an den Universitäten“, Freuds Psychoanalyse. Wahrscheinlich wollte er eine Gelegenheit benützen, seine Meinung über die Psychoanalyse zu äußern, weil er am nächsten Tage abreisen mußte und so beim Vortrage über Psychoanalyse nicht zugegen sein konnte. Die Psychoanalyse hätte nur in einem recht, und zwar in der Berücksichtigung der Tatsache, daß das, was uns durch die Introspektion gegeben ist, mangel- und lückenhaft sei. Es wäre deshalb aber grundfalsch, ein Psychisch-Unbewußtes anzunehmen. Das Bewußtsein (das offenbar mit Psychisch identifiziert wurde) sei ein aufflackerndes und wieder erlöschendes Licht. Nur durch die genaue Erforschung des uns tatsächlich objektiv gegebenen somatischen Substrates, welches die Fähigkeit habe, das Bewußtsein (idest: Psychisches) auf flackern zu lassen, könne die psychische Tätigkeit erforstht werden. Die Psychoanalytiker gehen aber so weit, in uns eine zweite Persönlichkeit anzunehmen, die dazu da wäre, um uns zu schädigen.
Ihm widersprachen mehrere Redner, darunter namentlich Prof. Alliotta (Neapel), indem er in sehr folgerichtiger Weise darlegte, daß der jähe Sprung vom Psychischen ins Physische nicht legitim sei und daß man nicht das Recht habe, das Psychische mit dem Bewußtsein glatt aufhören zu lassen. Es wurde auch von mancher Seite gesagt, daß man jeder Methode, auch der psychoanalytischen, zulassen müsse, zur Kenntnis des Seelenlebens beizutragen.
Es ist erwähnenswert, daß in mehreren Vorträgen über Themen gesprochen wurde, die die größten Berührungspunkte mit der Psychoanalyse hatten, ohne daß dabei die Psychoanalyse erwähnt worden wäre. Prof. Kiesow (Professor der Experimentalpsychologie in Turin) sprach über Individual- und Völkerpsychologie, behandelte auch den Totemismus, merkwürdigerweise ohne Freu