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Daß hier eine Analyse der analytischen Situation und nicht des Analytikers versucht werden soll, könnte zunächst befremden. Es könnte scheinen, als ob die psychoanalytische Anschauungsweise überhaupt keine Handhabe böte, eine Situation, das heißt ein typisches Verhältnis zu analysieren, weil sie durchaus dynamisch gerichtet ist. Es gehört jedoch zu den besonderen Vorzügen der Freudschen Lehre, daß sie sich auch nach dieser Richtung hin erweitern läßt. Den Ausgangspunkt bietet uns die Übertragungslehre. Wenn wir sehen, wie ein Mensch ein ursprünglich dem Vater oder der Mutter zugewendetes Gefühl nacheinander auf verschiedene Personen überträgt, so laßt sich diese Beobachtung auch anders ausdrücken. Bei ihm seien, können wir sagen, bestimmte Stellen zu besetzen. Wer immer in diese Stellen, das heißt also in ein väterliches oder mütterliches Verhältnis zu ihm eintritt, dem wird ein bestimmtes Gefühl, genauer ein komplexes Beieinander von Gefühlen zugewenilet, zugewendet ohne Rücksicht auf die besonderen Eigenschaften des betreffenden Stellenanwärters. Fassen wir dieses Gesetz der Stelle, wie ich es nennen möchte, ganz allgemein, so besagt es: Unser Fühlen, Denken und Handeln wird allein schon dadurch, und zwar unabhängig davon, was im Bewußtsein vorgeht, in einem bestimmten Sinn beeinflußt, daß wir in ein gewisses Verhältnis zu anderen Menschen eintreten, daß wir an einer bestimmten Stelle im Netz der menschlichen Beziehungen stehen. So werden zum Beispiel alle Hörer eines Vortrages allein dadurch, daß sie als Hörende zu Füßen eines Vortragenden sitzen, diesem gegenüber in einer bestimmten individuell zwar nicht völlig gleichartigen (sie können zum Beispiel ungenau ausgedruckt ihren „positiven“ oder „negativen“ Vaterkomplex auf den Redner übertragen), jedenfalls aber in einer typischen Weise ihm gegenüber eingestellt und gerichtet. Auch die analytische Situation stellt ein solches typisches Verhältnis dar, und zwar eines, das Beziehungen verschiedenster Art in sich ve