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Die gewissenhafte Studie Professor Hesnards gibt uns eine gedrängte Übersicht über das, was wir das Unbewußte nennen. Der Autor unterscheidet das rezeptive Unbewußte, das die inneren und die äußeren Wahrnehmungen und die Phänomene der Kryptomnesie umfaßt, das motorische Unbewußte, die motorische, automatische Aktivität, alle unbewußten Bewegungen sowie die innere Sprache umfassend, und das Unbewußte in den höheren Funktionen, das die zusammengesetzten Automatismen, die Gewohnheiten, den Gedankenablauf, die Assoziationsfolgen umschließt. Dann studiert der Autor unter der Bezeichnung des intrapsychischen Unbewußten 1) das Unbewußte in der Suggestion und in der psychischen Übertragung und 2) das Unbewußte in den übemormalen Tatsachen. Die Ansicht Hesnards über diese Phänomene ist, daß das bisher beobachtete Material uns keineswegs ermächtigt, eine besondere Fälligkeit, wie die Kryplästhesie (Riehe t), anzunehmen. Für ihn erklärt sich die Telepathie durch die Suggestion, durch Kryptomnesie und durch unbewußte Phantasietätigkeit. Der Autor vertieft sich hierauf in das Problem des pathologischen Unbewußten. Er studiert nacheinander das psycliasthenische Unbewußte, dann das hysterische, hypnotische und somnambule Unbewußte, endlich das psychopathische Unbewußte. Ohne sich den Anschauungen Freuds über diese Krankheiten in ihrer Gänze anzuschließen, lehnt er sie nicht systematisch ab. Er akzeptiert davon das, was er für richtig hält. Seine Anschauung über Hysterie entfernt sich weitgehend von der Freuds, er macht bei ihr nur sparsame Anleihe. Wenn er auch zugesteht, daß die Phantasie der Hysterischen oft erotisch ist, meint er doch, daß sie noch öfter das Gepräge eines eitlen Egoismus habe. Er sagt über die Natur der Hysterie (141): „Denn letzten Endes ist die Hysterie, wie alle Neurosen, eine psychische Neuschöpfung, das heißt eine positive seelische Aktivität auf der Grundlage einer kranken Natur, emaniert geradezu aus dem organischen Leben. Sie unterscheidet sich von den