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Am 24. April 1924 starb Professor Dr. G. Stanley Hall, ehemaliger Präsident der Clark University, Worcester, Mass., U. S. A., im achtundsiebzigsten Lebensjahr. Durch seinen Tod verliert die Psychoanalyse einen der tüchtigsten Anhänger und Verteidiger in theoretischer und praktischer Hinsicht. Unter der Präsidentschaft Dr. Halls war die Clark University das erste Institut in Amerika, das der Psychoanalyse schon im Jahre 1909 akademische Berechtigung gewährte. In der Frühzeit der psychoanalytischen Entwicklung muß man diesen kühnen Schritt sowohl als Beweis für den weiten Blick Dr. Halls ansehen als auch dafür, daß sein psychologisches Wissen mehr in die Zukunft als in die Vergangenheit gerichtet war. Die beste Charakteristik seiner tiefen psychologischen Kenntnisse gibt vielleicht die Widmung der Sondernummer (1903) des „American Journal of Psychology“, die anläßlich seines fünfundzwanzigjährigen Doktorjubiläums erschien. Es heißt dort: „Er ist der Begründer des ersten amerikanischen Laboratoriums für Experimentalpsychologie und der ersten amerikanischen Zeitschrift für die Publikation der Ergebnissepsychologischer Forschung, Pfadfinder in der systematischen Untersuchung der kindlichen Geistesentwicklung und in der Anwendung der hiebei erzielten Resultate in der Erziehung.“
Da diese Zeilen aber vor allem der Stellungnahme Dr. Halls zur Psychoanalyse gewidmet sind, wird es sicherlich von Interesse sein, die Entwicklung seiner Ansichten in den Hauptwerken seiner zahlreichen Publikationen zu verfolgen. Schon 1904, in seinem großen Werke „ThePsychology of Adolescence“, würdigte er die Bedeutung der Freud sehen Lehre und zeigte eine sehr richtige und sachliche Erfassung der Psychoanalyse soweit dieselbe eben damals entwickelt war. Er sagte z. B. mit Bezug auf die Hysterie, „es kommt sehr viel darauf an, ob die übermäßige sexuelle Erregung und die Unterdrückung der Sexualfunktion imstande sind, sich die Wage zu halten“; ferner anerkannte er auch den Mechani