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(Aus der Psychiatrisch-Neurologischen Poliklinik von Prof. Dr. Jelgersma, Rhijngeest.)
Es ist bekannt, daß die Entwicklungshemmung der Libido, welche zu einer Fixierung in jenen Stadien führt, die bei der normalen Entwicklung nur verhältnismäßig kurze Zeit zutage treten, namentlich in den Perversionen studiert werden kann. Die Erscheinung der Verdrängung und Symptombildung tritt hiebei viel weniger in den Vordergrund als bei den Neurosen, so daß das infantile Gefühlsleben sich unverhüllter offenbart. Der folgende Fall eines an einer Zwangsneurose und einem in perverser Richtung entwickelten Geschlechtstriebe leidenden Patienten bot Gelegenheit, die Libidofixierung und ihre Entwicklungshemmung bis zu prägenitalen Stadien zu verfolgen, während bei der Analyse die Pathogenese einer eigentümlichen Form von Homosexualität manifest wurde, die ihr Entstehen ebenfalls dieser primitiven Fixierung der Libido verdankte.
Es handelt sich um einen 37jährigen gebildeten Mann (Kaufmann), der seit einigen Jahren verheiratet und Vater eines fünfjährigen Tochterchens ist. Er begab sich ursprünglich wegen Zwangsvorstellungen in Behandlung. Diese bestanden in dem für ihn sehr unbehaglichen Gefühl, Menschen auf der Straße fortgesetzt ansehen zu müssen. Dies führte zu heftigen Angstzuständen, die sich noch verschlimmerten, wenn die von ihm angeblickten Menschen ihrerseits nun auch ihn, und dann meistens verwundert oder gereizt, ansahen, so daß er zuweilen fast ohnmächtig zu werden drohte. Wenn er stille Nebenstraßen einschlug, konnte er sich seinem Zwrange noch entziehen, wobei er dann mit niedergeschlagenem Blicke seines Weges ging. Außer dieser seit Jahren bestehenden Zwangsneurose kamen bereits seit seiner frühesten Jugend homosexuelle Gefühle bei ihm vor, die namentlich in päderastischen Neigungen und Handlungen zum Ausdruck gelangten. Als einziges Kind wrar er von seiner Mutter sehr liebevoll erzogen worden und wurde immer gegenüber dem strengeren