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Um einen Einblick in das Traumleben gerade dieser Kranken zu gewinnen, beauftragte ich die Pflegerinnen meiner Abteilung in vorgenannter Anstalt, einige Monate hindurch Träume dieser Patienten zu sammeln. Ich ersuchte die Schwestern, morgens die Patienten zu befragen, ob sie in der vergangenen Nacht geträumt hätten, und den Inhalt der Träume soweit als möglich in der Ausdrucksweise der Patienten, ohne Zusätze oder Auslassungen, aufzuschreiben. Bald zeigten sich verschiedene Schwierigkeiten, sowohl seitens der Patienten als auch des Pflegepersonals. Nicht jeder hatte hinreichende Geduld, Lust und Fähigkeit zu dieser Aufgabe und einige ließen sich mit der Antwort abspeisen: „Mir hat nichts geträumt.“ Es war mir namentlich um Träume alter Anstaltspatienten, besonders Schizophrenie-Patienten, zu tun; aber gerade diese waren am wenigsten bereit, Mitteilungen zu machen. Träume von Psychopathen, Imbezillen, Epileptikern waren leichter zu erhalten, aber diese interessierten mich diesmal weniger. In der geringen Zuverlässigkeit der von Schizophrenen gemachten Mitteilungen lag eine andere Gefahr, da zu erwarten war, daß sie einen Teil ihrer autistischen Phantasien für Träume ausgeben oder daß die Pflegerinnen jene Phantasien als Träume auffassen würden. Es kam auch vor, daß eine Patientin auf die Frage der Schwester: „Was hat Ihnen geträumt?“ selbst warnend zur Antwort gab: „Schwester, fragen Sie mich so etwas nur nicht wieder, denn dann fange ich doch an, zu phantasieren. “
Der Ausgangspunkt dieser Umfrage war ein Gespräch mit einem meiner Kollegen, wobei wir zu der Auffassung gelangten, daß Psychosepatienten und insbesondere Schizophrene eine ganz andere Einstellung zu der Realität ihrer Träume haben als Gesunde. Wir glaubten beide bemerkt zu haben, daß, während Gesunde die Unwirklichkeit ihrer Träume stets einsehen, wenn dies denn oft auch nicht in den ersten Augenblicken nach dem Erwachen geschehen mag, Schizophrene ihre Träume eher als wirklich erlebt betrachten und den T