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Ein in vollendet akademischer Form gehaltener Vortrag als erster einer Serie, die der auch, philosophisch geschulte Verfasser als Privatdozent der Psychopathologie in Leiden abzuhalten gedenkt. Er stellt klar und in vornehmem Stile der Entwicklungshemmung der Psychopathologie durch hirnanatomische Denkfixierungen diese beiden Fortschritte gegenüber: den Kraepelin sehen, welcher das Aufstellen von Krankheitseinheiten bezweckte, aber psychopathologisch nicht über das Sammeln von krankhaften Äußerungen hinauskommen konnte, in welchen man nur das negative Merkmal einer Zerstörung des zusammenhängenden normalen Assoziationsverlaufes fand, und den Freud sehen, welcher das konstruktive Prinzip des Krankhaften herausfand und in dem Begriffe der Regression kulminierte. Dieser besagt, das Krankhafte sei eine Rückkehr zu überwundenen, aber nicht verschwundenen Entwicklungsstufen. Hier scheint ein gewisser Gegensatz zwischen Körper und Geist zu bestehen; der Körper verliert im Alter viel von dem, was er als Kind besaß, der Geist scheint nur Neues hinzuzubekommen. In der Krankheit sehe man neue Gewebsarten auftreten, dagegen scheine der kranke Geist sein erwachsenes Kleid nur abzustreifen. Neu und gut erscheint des Verfassers Vermutung, daß die Assoziationspsychologie ihre Herrschaft namentlich dem mikroskopischen Bilde des Z. N. S. — die Verbindung der Ganglienzellen durch Fasern — verdankt, das in den Forscherseelen blendend auftritt. Verfasser schließt seinen Überblick mit der Erwähnung des narzißtischen Widerstandes gegen die Psychoanalyse.
A. Stärcke (den Dolder).