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Eine ruhige, fast vorurteilsfreie Besprechung einschlägiger Themen. Im Abschnitte über sexuelle Differenzierung wird mit Heymans der Frau größere Emo-tivität, stärkerer Einfluß des Unbewußten, geringerer Bewußtseinsumfang, Vorliebe zum Konkreten und Naheliegenden zugeschrieben. Die vom Verfasser Darwin entnommene, von Bolk für das Hirngewicht bekräftigte Behauptung, das Weib sei weniger variabel als der Mann, soll bekanntlich nach Pearsons exakten Untersuchungen dahin korrigiert werden, daß eher das Umgekehrte der Fall ist. Es folgen Abschnitte über den Geschlechtstrieb, Liebesneigung und -Werbung, weibliches Geschlechtsleben, Mutterschaft, Eugenetik, Heirat, Ehescheidung, Prostitution, sexuelle Aufklärung, Sexualethik, Abstinenz, Doppelmoral und Feminismus. Die verschiedene Weise, in welcher hei Mann und Weib Liebe hervorgerufen wird, beschreibt der Autor wie folgt: „Beim Manne geht diese meist von den Sinnen zur Seele, beim Weibe umgekehrt, von der Seele zu den Sinnen. Die Männer verlieben sich anfänglich in das Äußere ihrer Auserwählten, beim Weibe wird die Liebe mehr durch das, was man ihr ins Ohr flüstert, geweckt.“ Diese Unterscheidung würde besser durch Hinweis auf den Unterschied zwischen narzißtischer und objekterotischer Objektwahl beleuchtet, von denen die erstere vielleicht beim Weibe häufiger vorkommt. Auch die Rolle der Übertragung bei der normalen Objektwahl wird mit keinem Worte erwähnt; dagegen wird die Meinung Freuds über das Bestehen einer infantilen Sexualität kurz, aher frei von sittlicher Empörung mitgeteilt. Als Partialtrieb nennt' er nur die Moll sehen Kontrektations- und Detu-meszenztriebe. Verfasser bestreitet aus eugenetischen Gründen die gesundheitliche Fürsorge für schwachsinnige Kinder. Demgegenüber darf darauf hingewiesen werden, daß die Möglichkeit besteht, daß starke fluktuierende Variabilität an sich eine erbliche Eigenschaft sei, so daß in diesem Falle eben aus eugenetischen Gründen die Beschützung und sogar die Züchtung der Famili