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Eine Arbeit, welche einem Kreis von analytisch ungeschulten Hörern die Resultate analytischer Forschung vermitteln will, läuft immer Gefahr, entweder zu viel Kompromisse an die üblichen Widerstände zu machen und damit die wissenschaftlichen Ergebnisse zu verwässern — oder den Hörern unvermittelt zu viel zuzumuten und sie damit abzustoßen. In den vorliegenden Vorträgen sind beide Gefahren mit viel Takt und Geschick vermieden. Es sind nicht nur den pädagogisch interessierten Kreisen die psa. Erkenntnisse von der Entwicklung des Kindes und deren Schwierigkeiten sowie von den möglichen Angriffspunkten pädagogischer Arbeit zugänglich gemacht, sondern es ist hier insbesondere durch die zahlreichen anschaulichen Beispiele ein Bild des kindlichen Trieblebens lebendig gestaltet. Dieses war von der Autorin kaum anders zu erwarten, ist doch Frau Dr. Hug-Hellmuth diejenige Frau, die als erste sich das Gebiet der Kinderanalysen praktisch erarbeitet hat und die weitaus meisten Erfahrungen hierin gesammelt hat.
Eine Kritik könnte an vielen Punkten einsetzen und erscheint doch mehr oder weniger willkürlich, denn so eine populäre Schrift bringt ihrer Natur nach eine Auswahl von Gedankengängen, welche in weiten Grenzen von des Autors persönlicher Einschätzung ihrer Bedeutsamkeit abhängt. So vermißte ich zum Beispiel bei den Eßstörungen ihre Zurückführung auf die oralen Sexualtheorien, bei der Besprechung des unersättlichen Liebes-bedürfnisses vieler Kinder seine Begründung in Schuldgefühlen wegen der eigenen verdrängten Haßregungen. Es scheint mir auch, als ob der Ödipuskomplex noch prinzipieller in seiner zentralen Bedeutung hätte hervorgehoben werden können. Endlich drängt sich hei einigen der im übrigen so sehr instruktiven Beispielen gelegentlich das Bedenken auf, daß sie bei analytisch ungeschulten Lesern vielleicht den Eindruck einer allzu einfachen Bedingtheit neurotischer Symptome hervorrufen könnten. Andererseits liegt gerade in der Materialfülle einer der Hauptreize des Werk