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Es ist ein Mangel dieses Buches, daß man ihm seine ursprüngliche Bestimmung zur Doktorarbeit an seinem Zuschnitt ansieht, der eher den Anforderungen einer Prüfungskommission als den Bedürfnissen der gewöhnlichen Leser gerecht wird. Die Tatsachen, die Dr. Varendonck vorbringt, könnten bei einer knapperen Fassung in mehr konzentrierter Form nur gewinnen; auch verschiedene langatmige Ausführungen dürften gestrichen werden, ohne dem Verständnis zu schaden.
Von diesen formalen Nachteilen abgesehen, enthält die vorliegende Arbeit viel Interessantes. Dr. Varendonck bespricht die von ihm so genannte „dupli-kative Erinnerungstätigkeit“ (einfaches Wiederauftauchen der Erinnerungsbilder), ferner die „synthetische Erinnerungstätigkeit“, wie sie hei den Vorgängen der Perzeption und Konzeption wirksam ist. Die Perzeption betrachtet er als eine durch Reize aus der Außenwelt hervorgerufene Synthese; Vorstellungen, Gedanken und Begriffe sind ebenfalls Synthesen, angeregt durch Reize, die von innen, aus dem Bewußtsein oder dem Unbewußten der Person kommen; Gedanken definiert er als „die Anpassung wiederbelebter Erinnerungen an eine aktuelle Situation, unter der Herrschaft eines Affektes oder des Willens.“ Im Anschluß an Ferrier und Ribot (die Autoren, die er in diesem Zusammenhang zitiert) ist Dr. Varendonck der Ansicht, daß eine der Hauptfunktionen des Bewußtseins die Hemmung der Motilität ist, da diese Hemmung die wesentlichste Vorbedingung zu einer Wahl der Handlung bedeutet. Das automatische Handeln, das jede Wahl ausschließt, ist dem Bewußtsein entgegengesetzt und entspricht einer Tendenz zum Beharren bei einer einmal vollzogenen Anpassung an die Außenwelt. Die fortwährenden Veränderungen in der Außenwelt stellen sich aber dieser Trägheit entgegen und verhindern die Herstellung einer Stabilität des psychischen Gleichgewichtes. Mit fortschreitender Entwicklung scheint das Seelenleben in Kampf mit der Variabilität der Außenwelt zu treten. Es läßt sich von den Umständen nicht überwä