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Wenn ich hier zwei Bücher über Homöopathie nicht nur anzcige, sondern (vor allem das zweite) dem Studium empfehle, so geschieht dies nicht nur deshalb, weil sich die Homöopathie gleich der Analyse in einem theoretischen Kampf mit der Schulmedizin befindet, während die Praxis heute auch die Gegner zwingt, von den Errungenschaften des Verpönten Nutzen zu ziehen. Ich tue es auch nicht deshalb, weil mich die theoretischen Deduktionen von der Richtigkeit der Lehre überzeugt haben; das könnte nur die Erfahrung tun. Auch nicht, weil die Homöopathie ein hochinteressantes psychologisches Problem ist, sowohl ihre Vorgeschichte, ihre Schaffung durch Hahnemann, die Reaktion, die sie hervorrief, ihr individuelles Neuentstehen in jedem einzelnen Jünger, zum Beispiel Meng, der heute auch in unseren Reihen ficht; das erforderte eine eingehende Analyse, namentlich der Protokolle der Arzneimittelprüfungen. Vielmehr muß es getan werden, weil sich direkte Berührungen mit der Psychoanalyse finden. Und es ist eine Freude, weil es sich um (wenigstens teilweise) ganz besonders kluge Bücherhandelt.
Das erste Buch allerdings ist ungleichmäßig. Es besteht aus einem intellektua-listischen Teil von Vannier, der Übersetzung eines französischen Lehrbuches, der „Einführung“ eines Schulhomöopathen in seine Sekte. Nichts wird bewiesen, nur behauptet. Wie „klar“ ist doch alles! So gar keine Probleme, nur ratio, wie wir sie von der Schule her leider nur zu gut kennen. Um diesen Kern hat Meng mehrere Aufsätze gegeben, von denen der erste und der letzte hier nicht interessieren, während der zweite, „Homöopathie, biologische Medizin und moderne wissenschaftliche Forschung“, eine stupende Beherrschung der Medizin, eine frappierende Umfassung wirklich der gesamten Naturwissenschaft verraten. Das sind weitblickende und tiefschürfende Betrachtungen, wie sie einem sonst kaum