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Der Verfasser der vorliegenden Schrift hat sich die nicht geringe Aufgabe gestellt, die theoretischen Fundamente der Psychoanalyse aufzudecken und zu prüfen und äußert sich folgendermaßen: „Wir werden uns im folgenden nicht mit Freuds inhaltlich psychologischen Einsichten, die auf seinen Intuitionen beruhen, und in denen seine große wissenschaftliche Bedeutung liegt, beschäftigen. Wir haben uns die Darstellung und Beurteilung der theoretischen Grundlagen seiner wissenschaftlichen Arbeit zur Aufgabe gestellt“ (pag. 6). Er spricht sich auch darüber aus, von welchem Gesichtspunkte aus dieses Unternehmen angesetzt wird: „Die vorliegende Untersuchung fußt auf der von Professor Häberlin in seinem Buche ‚Der Gegenstand der Psychologie’ entwickelten Auffassung der Grundlagen jeder empirisclien Wissenschaf t“ (pag. 7).
Der Autor fügt hinzu: „So werden wir ihm (Freud) auf einem Gebiete — eben demjenigen der Wissenschaftstheorie — begegnen, auf welchem seine Stärke nicht liegt. Unzulänglichkeiten, Inkonsequenzen und Lücken in Freuds grundsätzlichen wissenschaftlichen Positionen werden uns nötigen, dieselben wiederholt anzugreifen.“
Bekanntlich wuchs die Psychoanalyse aus der unmittelbaren Anschauung psychischen Geschehens heraus und schuf sich ihre Terminologie und theoretische Begriffswelt sukzessive nach Bedürfnis und wird sie wieder preisgeben oder durch bessere ersetzen, wenn es notwendig wird.
Für den philosophisch Gebildeten ist es nun ganz sicher von großem Interesse, mit Hilfe seiner logischen und spekulativen Schulung die psychoanalytische Begriffswelt zu prüfen, wenn er nicht außer acht läßt, daß das scheinbar Festgelegte an den theoretischen Darstellungen Freuds Hi lfsvorste Hungen sind, die nur so lange dienen, bis sie durch Besseres ersetzt werden können.
Der Verfasser geht von den Prinzipien einer „empirischen Wissensc haft“ aus, die von Professor Häberlin festgelegt