You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Obwohl Hattinberg der Psychoanalyse nachrühmt, daß sie durch Befreiung von einseitiger Voreingenommenheit erst ein Studium der Onanie ermöglicht hat, vernachlässigt er dennoch bei der Würdigung ihrer psychologischen Bedeutung die Rolle des Inhalts der sie begleitenden Phantasien und des Ödipuskomplexes völlig. Die einzige Bedeutsamkeit der Onanie schreibt H. dem Umstand zu, den wir als „Introversion“ bezeichnen würden, der Abkehr von der Wirklichkeit, von der sozialen Umwelt, der „Isolierung“ des Onanisten. Dieser handle dem Geschlechtstrieb entgegen (!), als welcher auch die „seelische Vermischung mit dem Geschlechtspartner“ anstrebe. Auf deren Fehler führt H., den Inhalt der Phantasien nicht beachtend, den Katzenjammer nach onanistischem Orgasmuszurück. Nur in solcher Isolierung sieht H. auch die Gefahren der Onanie, die er also nur bei dauernder Unbefriedigung des „Hingabedranges“ für schädlich hält. „Freuds Auffassung der Neurasthenie als einer Aktualneurose durch die Onanie läßt sich mit der hier vertretenen nicht vereinbaren.“
In Verwirrung gerät H., wenn er, die „Isolierung“ für das Kriterium der Onanie haltend, sich der Untersuchung der Beziehungen zwischen Onanie, Perversionen und Neurosen zuwendet. Denn auch alle Perversen und Neurotiker sind introvertiert,