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Obwohl im allgemeinen die Einstellung der offiziellen deutschen Psychiatrie zur Psychoanalyse sich ändert — wie es unlängst erst Prinzhorn ausführlich festgestellt hat, hält Hoche sein kritiklos abweisendes Urteil über die Psychoanalyse aufrecht und hält es wieder einmal für nötig, seine Einsichtslosigkeit expressis verbis festzulegen. Aus Anlaß einer Buchbesprechung Kretschmers, den er dabei unter die „Freud ianer“ rechnet, schreibt er unter anderem wörtlich: „Und zwar liegt diese Gefahr … in der wissenschaftlichen Methodik oder, besser gesagt, in einer Methodik, die einen Teil der bisher allgemein gültigen wissenschaftlichen Grundsätze ignorieren muß, um zu den für den Autor selbst befriedigenden Resultaten zu kommen, eine Methodik, deren Hauptkennzeichen im Leichtnehmen der Beweislast besteht. Es ist dies eine — wie es scheint — gesetzmäßige Begleiterscheinung der Versenkung in die Lehren der Freud sehen Sekte. — Falls der Zusammenhang nicht richtiger andersherum darin zu suchen ist, daß man schon die Fähigkeit zum Verzicht auf gewisse wissenschaftliche V oraussetzun-gen und Forderungen in sich tragen oder züchten muß, ehe man Freu dianer werden kann; dazu gehört zum Beispiel, daß man — wie Freud selbst — imstande ist, ohne vor sich selbst zu erröten oder auch nur den Mangel an intellektueller Präzision zu bemerken, Denkmöglichkeit mit Tatsächlichkeit, Wahrscheinlichkeit mit Sicherheit, Analogie mit Identität, Ein fälle mit gesicherter Erkenntnis zu verwechseln und gleichzusetzen.“ Er hält es nicht für nötig, so ungeheuerliche Vorwürfe im einzelnen zu belegen. Wir wieder halten es nicht für nötig, auf ein so schiefes, nur durch affektiven Ursprung der Ablehnung verständliches Urteil zu erwidern.
Dr. O. Fenichel (Berlin).