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Obwohl Verfasser selbst davor warnt, die Traumdeutung zu einer handwerksmäßigen Deuterei nach einer für allemal feststehenden Symbolik zu degradieren, unternimmt er doch den Versuch, die Frage der Übereinstimmung der „Deutungsarbeit“ verschiedener Deuter „experimentell“ nachzuprüfen. Er verschickte zu diesem Zwecke an neun Nervenärzte der Freud sehen, Jung sehen und Genfer Schule den Text eines Traumes, „sämtliche“ (in Wirklichkeit acht!) Assoziationen sowie eine kurze Schilderung des nervösen Zustandes des Patienten, mit dem Ersuchen, den Traum zu deuten.
Eigentlich ist es bedauerlich, daß diese Rundfrage sogar zu einem Resultat geführt hat, und zwar zu dem, daß eine recht erfreuliche Übereinstimmung in den eingegangenen Deutungen herrscht, woraus dann geschlossen wird, daß die Traumdeutung wissenschaftlich sicher basiert sei. Glücklicherweise hat die Psychoanalyse es nicht nötig, sich bei Verfasser die Beweise für die Wissenschaftlichkeit ihrer Methode zu holen. In der vorliegenden Arbeit sind die Grundregeln der Analyse so wenig eingehalten, daß sich eine Kritik darüber gar nicht lohnt.
Amüsant ist immerhin, was der eine und andere dieser Traumdeuter zu sagen weiß: Zwei der Deuter machen zu Anfang wohl richtige Einwendungen gegen die Art dieses Experimentes, können aber dann doch nicht umhin, lange Beiträge beizusteuern. Ein dritter wirft bereits die Frage auf, ob sich Patient für seine Berufstätigkeit eignet, und denkt, daß ein Berufswechsel unter gewissen Bedingungen angezeigt sei.
Sehr illustrativ sind die „Ratschläge“, die ein Deuter der Jung sehen Schule dem Patienten erteilen will: Er würde ihm „raten“, die Phantasien zu beobachten, die von der verdrängten Seite, vom unmoralischen Unbewußten aufsteigen, „um ihm die Annahme der unbewußten Tendenz zu erleichtern“. Ferner „riete“ er ihm, „sich der Bedeutung seines Vaters völlig klar zu werden und der Widerstände gegen ihn“ und schließlich „sich wenigstens mit dem Mädchen (das im Traum eine Rolle spielt) zu unterh