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Die weiblichen Konstitutionen werden zunächst — in Anlehnung an Kretschmer — in pyknische und schizoide eingeteilt. Die pyknischen sind sexuell hoch- und eindeutig differenziert, unter den schizoiden Frauen findet man „Jugend-“ und „Zukunftsformen“ und darunter häufig Intersexe wegen „mangelhafter Entwicklungsfähigkeit der Geschlechtschromosome“. Diese schizoiden Intersexe erwecken dadurch unser Interesse, daß sie besonders leicht an Angstneurosen erkranken sollen: „Alles Sexuelle ist dem Intersexuellen ein Problem. Kein Wunder, daß bei ihm sexuelle Kindheitserlebnisse eine besondere Affektbetonung erhalten; das Erlebnis als solches darf aber nicht als Ursache einer späteren Angstneurose angesehen werden. Es ist nur deren Vorbote und hat rein symptomatische Bedeutung.“ Die Vorschlage zur Therapie sind solcher Einsicht entsprechend: Neben Bettruhe und Hypophysenextrakten wird „die Zufuhr von Vorstellungen“ empfohlen, „die die Kranken über ihren Zustand aufklären, sie dazubringen, sexuelle Bestrebungen entweder überhaupt zu unterdrücken und dafür andere meist vorhandene wertvolle seelische Qualitäten zu pflegen, oder das in leichten Fällen in ihrer Seele zu wecken und zu fördern, was an eindeutiger Sexualität zu schwach und zu kümmerlich vorhanden ist.“ Hat man also bereits von der Psychoanalyse gelernt, daß Neurosen auf sexuelle Konflikte zurückgehen, so meint man jetzt durch den Rat: „Geben Sie Ihre Sexualität ganz auf oder bekennen Sie sich zu ihr!“ die Psychoanalyse doch ersparen zu können.
Dr. O. Fenichel (Berlin).