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Für denjenigen, welcher gewohnt ist, psychpathologische Erscheinungen unter dem Gesichtspunkt der Psychoanalyse zu betrachten, ist es sehr instruktiv, gelegentlich einmal zu beobachten, wie andere Forschungsrichtungen, von der unserigen völlig unbeeinflußt, ihren Weg verfolgen und sich bemühen, denjenigen Fragen auch nur um einen kleinen Schritt näher zu kommen, die wir bereits zu einem erheblichen Teil gelöst zu haben glauben.
Das vorliegende Werk enthält sozusagen ein Extrakt der ärztlichen Lebenserfahrung des verdienten Prager Psychiaters. Für uns allerdings haben nur der erste und letzte Aufsatz des Bandes Interesse, während die übrigen sich wesentlich mit Erscheinungen der organischen Gehirnkrankheiten befassen.
In dem ersten Aufsatz, dessen Überschrift im Titel des Gesamtbandes ge nannt ist, erläutert Pick das Wesen seiner Methodik. Überall da, wo neurologisch erfaßbare Erscheinungen neben psychischen Vorkommen, versucht er von den ersteren aus das Wesen der letzteren zu ergründen. Die Forschungsrichtung ist wesentlich lokalisatorisch orientiert. Ausfallserscheinungen bei organisch bedingten Sprachstörungen usw. bilden die Quellen der Erkenntnis, aus welcher uns Vorgänge des normalen Seelenlebens verständlich werden sollen. Man sieht hier so recht den grundlegenden Unterschied der Auffassung. Wir können der Auffassung Picks für rein intellektuelle Vorgänge zustimmen, so zum Beispiel wird seine Forschungsrichtung vieles über die Zusammenhänge zwischen Denken und Sprache ermitteln können. Der Psychologie, wie wir sie auffassen, wird auf diesem Wege kein Nutzen erwachsen, denn über die seelischen Motive, die in