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Nachfolgende aphoristische Bemerkungen bezwecken weder eine erschöpfende Darstellung eines eigentümlichen Zustandes, der bei Anwendung des Morphiums in schweren Krankheitszuständen zu beobachten ist, noch eine endgültige psychoanalytische Lösung desselben. Es handelt sich vielmehr darum, erstens, einige im Laufe der Jahre erhobene Beobachtungen von einem zusammenfassenden Standpunkte aus zu betrachten und zweitens, einen Beitrag zu liefern, wie intemmedizinische Probleme psychoanalytisch anzufassen seien. Es ist noch zu bemerken, daß die Beobachtungen trotz ihrem sehr interessanten Inhalte einer eingehenden Psychoanalyse nicht unterzogen werden konnten. In solchem Zustande, der Gelegenheit zu diesen Beobachtungen lieferte, ist eine der Analyse günstige Beziehung des Arztes zum Kranken nicht herzustellen. Es sind immer nur Reste einer Übertragung da, der Kranke schließt sich immer mehr von der Außenwelt ab, beantwortet Fragen sehr unvollständig oder überhaupt nicht. Vieles muß man geradezu erraten und durch früher erworbene Kenntnis des Kranken ergänzen.
Vor Jahren hatte ich die Aufgabe, einem Kollegen in seiner schweren Phthise beizustehen. Die quälende Atemnot der letzten Tage wurde auch bei ihm mit wiederholten Morphiumspritzen bekämpft. Der hochintelligente Kranke war mit seinem Zustande vollständig im Beinen, machte sich über sein baldiges Hinscheiden keine Illusionen, in Momenten einer Euphorie machte er den Versuch den ärztlichen Freund zu täuschen und tröstete ihn mit hoffnungsvollen Äußerungen. In der letzten Nacht mußten häufig Injektionen gemacht werden, der Kranke lag zumeist in einem leichten Dusel; einmal aus diesem aufkommend, stellte er in einem ganz eigentümlichen, frischen, objektiven Tone die Frage: „Nun, lieber Kollege, was werden wir jetzt machen?“ Die Frage wurde so gestellt, wie wenn, wir beide einen fremden Fall in consilio besprechen würden. An diese Begebenheit, an meine damals entstandene unerklärte Empfindung einer Objektivierung des Kranke