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Dr. S. Ferenczi (Versuch einer Genitaltheorie) gibt an, daß die fötale Existenz im Fruchtwasser einen Regressionszug bedeutet und nur bei Tieren vorkommt, deren Ahnen das Leben im Meere aufzugeben gezwungen waren. Hiezu möchte ich die Ergebnisse Dr. Paul Kammerers mitteilen (Die Abstammungslehre, Jena 1911), dessen Experimente die tatsächlichen Reaktionen eines
Tieres auf das Eintrocknen der Umgehung zeigen. Diese könnten aber als Beispiel für die Reaktionsweise aller Tiere, die nach dem Lande verdrängt geworden sind, gelten.
„Der in feuchten Wäldern lebende, gelbfleckige Feuersalamander (Salamandra maculosa) bringt bis 70 kiementragende Larven zur Welt, die im Wasser heranwachsen und erst bei der Verwandlung in den lungenatmenden, fertigen Salamander ans Land kriechen. Entzieht man gefangenen Feuersalamandern das Wasserbecken, so verläuft ein immer größerer Abschnitt jener Larvenentwicklung im Mutterleibe, wobei die Kiemen ungewöhnliche Länge, Zartheit und Blutreichtum erlangen: es werden schließlich fertig ausgebildete kleine Salamander, aber nur etwa zwei bis sieben Stück geboren, welche oft auffallend wenig von der gelben Fleckenzeichnung erkennen lassen. Sie selbst gebären zwar, falls sie Wasser zur Verfügung haben, wieder Larven, aber sehr fortgeschrittene, große Larven, welche in Tagen statt in Monaten das Wasser verlassen. Der ganz schwarze Alpensalamander (Salamandra atra) bringt im Freien nur zwei Junge zur Welt, die aber gleich bei der Geburt fertig entwickelt und zum Aufenthalt im Trockenen befähigt sind; die im Mutterleibe verbleibenden Larven haben sehr große, zarte, blutreiche Kiemen, wie wir sie beim Feuersalamander in annäherndem Maßstabe künstlich zu erzeugen vermochten. Durch reichliche Wasserdarbietung lassen sich aber die Alpensalamanderweibchen dahin dressieren, daß sie ihre Jungen auf frühen Stadien, also solange sie noch die Kiemen tragen, in den Badenapf absetzen, wo sich die Kiemen durch Verkürzung und Verdickung der Wasseratmung anpassen.