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Eine Patientin befindet sich wegen Straßenangst in meiner Behandlung. Ich setze voraus, daß sie noch nie einen Anfall mit arc de cercle gehabt hat; sie weist an deutlichen Symptomen phobische Angstanfälle ohne Bewußtseinstrübungen auf; ferner hat sie den somatischen Anteil des Liebeslebens so gut wie ganz verdrängt. Ich habe nie Gelegenheit gehabt, mit ihr über den arc de cercle zu sprechen.
Sehr oft bringt sie Träume, in welchen wir im Klosett die psychoanalytische Stunde abhalten; einmal saß sie im Traume im Abtritte, und während sie daran war, ein Kotstück herauszupressen, bewunderte sie bei offener Klosettüre den schönen Sonnenuntergang, (Sie hat malerisches Talent). In ihren Träumen kommen sehr oft Symbole von Geburt, Kind und männlichen Genitalien vor.
Bei der Straßenangst fühlt sie, daß ihr etwas fehlt, sie kann bisher im Fehlenden nur einen mütterlichen Schutz und mütterliche Fürsorge erkennen und dementsprechend richtet sie sich ihre Sicherungen ein.
Sie träumt eines Nachts, daß sie sich nach hinten windet und hat dabei das Gefühl, als ob sie dadurch etwas in der Klitorisgegend herauspressen würde. Tatsächlich fühlt sie auch, daß sich bereits die Klitoris zu einem hervorspringenden Auswuchs gestaltet hat. Ihrer Beschreibung nach war die geträumte Stellung ein arc de cerele. Zu dieser assoziiert sie das Auspressen des Stuhles und zum Auswuchs fällt ihr der Penis ein. Durch den arc de cercle hat sie sich im Traume von der konkaven (weiblichen) in die konvexe (hervorspringende, männliche) Lage versetzt. Sie preßt den Penis heraus, indem sie konkommittierend mit dem ganzen Leibe mithilft.
Dieser Traum wirft sicher ein Licht auf das Verständnis des hysterischen Kreisbogens. Wie oft imitieren Hysteriker im Anfalle die Geburt oder für das Ubw äquivalente Akte!