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Kleine Schrift, in welcher die psychoanalytische Lehre dargelegt wird, und zwar unvergleichlich besser als es Dragotti in der erwähnten Monographie gelungen ist. Der Autor verfügt über keine eigenen Erfahrungen in diesem Gebiete, zeigt aber, aufmerksam einige psychoanalytische Schriften gelesen zu haben. Woher sein großer Optimismus und eminent positive Einstellung der Psychoanalyse gegenüber stammt, ist nicht leicht zu ersehen. Leider wird der Wert seiner Zusammenfassung durch das Vorkommen mancher Ungenauigkeiten verringert. Allerdings handelt es sich meistens um die Wiedergabe falscher psychoanalytischer Begriffe anderer italienischer Autoren. So finden wir auch hier den psychoanalytischen Pansexualismus: Freud habe den Sexualtrieb als die wirkliche Grundlage jedes psychischen Geschehens erkannt usw. Ferner wird, dem Beispiele anderer italienischer Autoren folgend, Affekt mit Besetzung verwechselt. Etwas verwirrt ist die Darstellung der Ichtriebe, des Narzißmus, des Sadismus, die Deutung der Verfolgungsideen als Masochismus, der Einteilung der Neurosen usw., ausgefallen. Daß A. nicht ganz in den Geist der psychoanalytischen Methode eingedrungen ist, ersieht man aus mehreren Bemerkungen, wie z. B., daß die Übertragung sich nicht selten einstelle u. dgl. mehr.
Dr. E. Weiß (Trieste).