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Es soll näher studiert werden, ob sich an Stelle unbefriedigender rein äußerlicher Inbeziehungsetzung somatischer und psychischer Erscheinungsreihen nicht etwa verständliche Zusammenhänge setzen lassen. Hauptmann wählte zum Gegenstand der Untersuchung die Menstruation, um folgende Fragen zu beantworten: 1. Sind es endokrine Vorgänge, die hier gesetzmäßig psychische Symptome
bedingen? oder 2. sind die psychischen Zustände nur Ausdruck einer Prädisposition der Menstruierenden? oder 3. sind übereinstimmende psychische Äußerungen als verständliche Reaktion auf das Erlebnis der Menses zu erklären? Es ließen sich, da gemeinsame psychische Symptome eines endokrinen Vorganges nicht nachweisbar waren, folgende fünf Gruppen aufstellen: Erste Gruppe: Gesteigerte Leistungsfähigkeit (normale, nicht belastete Individuen). Zweite Gruppe: Ebenfalls gesteigerte Sinnesempflndlichkeit bis zur Reizbarkeit und leere Betriebsamkeit (Nervöse, Belastete). Dritte Gruppe: Köperliche Beschwerden, auf welche reagiert wurde mit Unzufriedenheit, Arbeitsunlust, Bedürfnis, sich abzuschließen, Herabsetzung der Konzentrationsfähigkeit. Vierte Gruppe: Paranoisches Verhalten, wiederum als Reaktion auf das durch die Tatsache der Menstruation veränderte Ichgefühl im Sinne eines Verlangens nach Schonung, gewissermaßen einer „potenzierten Weiblichkeit“. Besonders wo eine Steigerung der Libido vorhanden war, aber zu verdrängen gesucht wurde, wurden harmlose Äußerungen der Umgebung wahnhaft als gegen die Menstruierende gerichtet aufgefaßt. Fünfte Gruppe: Prädisponierte, bei welchen die Menses, wie es sonst auch andere Vorgänge getan hatten, Anlaß gaben zur Auslösung einer Verstimmung oder gesteigerten Eigensinns, Egoismus', Ehrgeizes. Es ergaben sich also entweder psychische Äußerungen aus dem Boden einer abnormen Veranlagung oder — und das ist das Wichtige, Neue — gemeinsame psychische Symptome als Reaktion überindividueller, allgemein-menschlicher Natur, entweder auf körperliche Beschwerden oder auf das