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In der folgenden Arbeit kommt es mir nicht darauf an, etwas Neues zu bringen, sondern das Material einer Krankengeschichte in der richtigen psychoanalytischen Beleuchtung darzustellen.
Bei der Patientin, von der ich erzählen will, traten im Verlaufe der Analyse das Orale, die oralen Gelüste, in den Mittelpunkt der Phantasien und führten durch das Bewußtwerden zur Heilung der Krankheitserscheinungen, die im Erbrechen bestanden.
Daß das Erbrechen in Verbindung mit der Autoerotik der Mundzone stehen kann, ist aus den „Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie“ von Freud bekannt, wo der Zusammenhang der oralerotischen Gelüste mit dem Erbrechen dargestellt wird. Wir lesen da über die konstitutionell verstärkte Erogeneität der Lippenzone folgendes (Ges. Schriften, V. S. 57): „Bleibt diese erhalten, so werden diese Kinder als Erwachsene Kußfeinschmecker werden, zu perversen Küssen neigen oder als Männer ein kräftiges Motiv zum Trinken und Rauchen mitbringen. Kommt aber die Verdrängung hinzu, so werden sie Ekel vor dem Essen empfinden und hysterisches Erbrechen produzieren. Kraft der Gemeinsamkeit der Lippenzone wird die Verdrängung auf den Nahrungstrieb übergreifen.“
Meine Patientin erkrankte an libidinösen Antrieben, die von der oralen Zone ausgingen, unbewußt waren und aus der Verdrängung heraus sich in Form von Erbrechen geäußert hatten.
Ich schicke zunächst eine kurze Anamnese voraus, lasse das Rohmaterial der Analyse folgen, um zuletzt eine Synthese zu versuchen.
Der Fall betrifft eine 25 jährige Studentin der Medizin, die an einem Magenleiden erkrankte, daß sich in Erbrechen manifestierte und auf Ulcus verdächtig war. Die Therapie des Internisten (Atropin, Arseninjektionen) blieb erfolglos, daraufhin wurde sie angesichts des negativen Organ- und Röntgenbefundes mit der Diagnose „Magenneurose“ aus seiner Behandlung entlassen.
Als die Patientin in die analytische Behandlung trat, klagte sie neben Erbrechen über Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Krämpfe bei der Menstruation