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Es ist eine sehr häufige Erscheinung, daß zwei oder mehrere Träume derselben Nacht in irgend einer Beziehung zueinander stehen. In der „Traumdeutung“ spricht Freud von der fortschreitenden Deutlichkeit aufeinanderfolgender Träume, die alle denselben latenten Inhalt haben. Oft ist aber der Zusarnmenhangzwischen Traumpaaren noch inniger: er ist nicht nur ein inhaltlicher Zusammenhang, sondern auch ein dynamischer oder noch richtiger
ein ökonomischer. Ein gewisser dynamischer Zusammenhang zwischen Traumpaaren oder Reihen, die denselben Wunsch zum Ausdruck bringen, ist fast immer vorhanden. Die einfachste Art einer solchen Beziehung ist die folgende: Der erste Traum z. B. drückt den Inzestwunsch aus, in dem der Geschlechtsakt durch Symbolik verschleiert wird. Etwa so: „Ich fahre mit der Mutter im Wagen.“ In dem zweiten Traum wird dann der Akt weniger oder gar nicht verschleiert, aber die Inzestperson wird durch eine harmlose ersetzt. Die beiden Träume ergänzen sich dann vollständig und gestatten sozusagen eine vollkommene Wunschbefriedigung in zwei Etappen, ohne daß diese von der Zensur bemerkt wird. Der offenbare ökonomische Gewinn für die verdrängte Tendenz ist, daß durch die Zerlegung der Wunschbefriedigung in zwei Etappen trotz gleichbleibender ökonomischer Leistung der Zensur eine vollständigere Befriedigung ermöglicht wird. Sowohl der symbolisch verschleierte Geschlechtsakt mit einem Inzestobjekt wie der manifeste Geschlechtsakt mit einer indifferenten Person sind allein für sich bewußtseinsfähig, sie drücken jedoch den eigentlichen Wunsch nur unvollständig aus. Zusammen, in dem der zweite Traum auf den ersten Bezug nimmt, bilden sie aber eine vollständige Darstellung der verdrängten Tendenz. Diese Art der Darstellung wird man, wenn man sie beachtet, so häufig finden, daß es überflüssig ist, einzelne Beispiele zu bringen.
Interessanter und komplizierter ist ein anderer Mechanismus, welcher mit dem eben erwähnten viel Ähnlichkeit hat. Hier ist der ökonomische Zusam