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Ein vierzehn- bis fünfzehnjähriges Mädchen erzählte einer etwas jüngeren Mitschülerin die folgende Sexualtheorie, die auf wirklicher Beobachtung beruhe. Wenn eine Frau ein Kind erwarte und ihrer Entbindung nahe sei, so könne man sehen, daß bei dem Ehemanne eine Anschwellung der Genitalien eintrete, die eine Art von Sympathie mit der Schwellung ihres Körpers ausdrücke. Über die Bildung des Kindes im Körper der Mutter war sie orientiert. Sie nahm aber eine bemerkenswerte Verbindung zwischen der Niederkunft der Frau und der Genitalschwellung beim Manne an.
Diese Auffassung erscheint als Resultat einer Verdrängung, die sich gegen das Wissen um die Erektion, die genitale Schwellung des Mannes bei der Begattung richtet. Der Vorgang wird zeitlich verlegt in die Nähe des Gebäraktes. Auf diese Weise wird der Zusammenhang zwischen der Erektion und der Geburt eines Kindes aufrecht erhalten, die Existenz einer direkten sexuellen Beziehung von Mann und Frau aber geleugnet, so daß der Mann keinen wesentlichen Beitrag zur Entstehung des Kindes leistet.