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Nachstehende Aufzeichnungen entstammen der Analyse einer 26 jährigen Patientin, die sich wegen ihrer Errötungsfurcht in die Behandlung begeben hatte. Sie fühlte sich beengt und beobachtet, besonders in Gegenwart von Menschen, die ihr irgendwie näher standen, sie interessierten. Sie bekam dann erst Angst vor dem Erröten; sie wurde unsicher, wollte sich beherrschen, bekam Herzklopfen, ein stechendes Gefühl im Kopfe, sehr oft Schwindelgefühl, und dann errötete sie wirklich.
Die Patientin gab an, daß sie das erstemal mit neun Jahren dieses Erröten erlebt hätte, und zwar in der Schule: Einem Kinde war ein Buch abhanden gekommen. Als die Lehrerin eine Untersuchung anstellte, kam ihr plötzlich der Einfall, man könnte sie verdächtigen, wobei sie errötete. Zwei Jahre später wiederholte sich eine gleiche Szene in einem Internat; damals wurde sie sogar ihres Errötens wegen wirklich beschuldigt. Obwohl sie sich im Internat sehr unglücklich fühlte, sehnte sie sich nicht nach Hause zurück, weil sie, ohne zu wissen warum, sich bei dem Gedanken an ihre Mutter sehr schämte. Sie hatte ständig das Gefühl, daß sie vor ihrer Mutter erröten müßte, und war dadurch ihrem Heim entfremdet.
Wie zu erwarten, gab die Patientin als bewußten Grund dieser Ängstlichkeit die Onanie an. Sie onanierte, wie sie sich erinnert, vom fünften bis zum neunten, zehnten Lebensjahr. Außerdem konnte eine frühere infantile Onanie in der Analyse rekonstruiert werden.
Als die Patientin acht oder neun Jahre alt war, ist ein äußeres Ereignis in ihrem Leben eingetreten, das mit ihren inneren libidinösen Einstellungen so harmonierte, daß es für ihr Leben bestimmend wurde. Sie war das einzige Kind aus einer Mischehe. Der Vater war Protestant, die Mutter katholisch und recht religiös; das Mädchen war protestantisch getauft gewesen; im Alter von acht Jahren wurde sie katholisch. Die Mutter hatte sie „zu sich gezogen“, wie sie zu sagen pflegt. Die katholische Kirche bedeutete für ihr Unbewußtes die Mutter. Die Beichte wurde i