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Der Verfasser und seine Mitarbeiter Lüttge und v. Mertz haben das praktisch kaum brauchbare Dialysierverfahren von Abderhalden durch eine verblüffend einfache und exakte Alkoholmethode ersetzt. Durch Alkohol von empirisch gefundener Konzentration (96%) werden aus dem Blutserum einerseits die gewöhnlichen Eiweißstoffe ausge fällt, andererseits die Eiweiß-„Spaltprodukte“ quantitative extrahiert und dann im Filtrat mit den bekannten Reaktionen leicht nachgewiesen. Diese Modifikation, die von den Autoren mit Recht als „Ei des Kolumbus“ bezeichnet wird, verleiht der A. R. hohe Sicherheit und gestattet ihre weitere spezifische Ausgestaltung.
Bei männlicher Frucht gelang es den Autoren bereits im ersten bis zweiten Schwangerschaftsmonat, im Mutterblut fötaleHodenstoffe, bzw. mütterliche Hodenreaktionsstoffe nachzuweisen und dadurch das Geschlecht der Frucht (bei 150 Beobachtungen) mit 99% Sicherheit zu bestimmen. Der mütterliche Hodenreaktionsstoff wird auf die Frucht zurückgeworfen und ist im fötalen Kreislauf nachweisbar.
Besonders interessante Verhältnisse fanden sich bei zweieiigen Zwilligen mit getrennter Blutbahn, wenn der eine Zwilling männlich, der andere weiblich war. Im Mutterblut und im Blut des männlichen Zwillings wurden (fötaler) Hodenstoff und (mütterlicher) Hodenreaktionsstoff nachgewiesen, im Blut des weiblichen Zwillings nicht. Der weibliche Zwilling scheint demnach durch eine (chemische) Sperrvorrichtung an der Nachgeburt gegen das Eindringen männlicher Stoffe geschützt zu sein, die seine „im besten Gang befindliche Verweiblichung“ stören würden. (Bei kommunizierender Blutbahn entfällt dieser Schutz, während bei eineiigen Zwillingen, deren Gefäßsystem stets eng verknüpft ist und die auffallenderweise immer gleiches Geschlecht haben, im Falle etwa geschlechtlich verschiedener