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Dieses umfassende Sammelreferat behandelt die Psychoanalyse im Kapitel „Psychologie und Psychophysik“. Der Referent (Hirt) polemisiert mit der Freudschen Auffassung des Unbewußten, die ihm, im Gegensatze zu Bleulers Formulierung, triebhaft-dämonisch erscheint. Das wäre äußerst verständnisvoll, wenn er es nicht als Werturteil sagen und ablehnend glossieren würde. Allerdings stammen auch jene Überlegungen — Begründung der Notwendigkeit. in den seelischen Ablauf ein Unbewußtes zu interpolieren — für die er Bleuler volle Anerkennung zollt, ursprünglich von Freud. (S. z. B. „Das Unbewußte“ 1915, jetzt Ges. Schriften Bd. V.) „Trotz dieser Ausstellungen — heißt es dann weiter—bieten die einzelnen Schriften Freud s und seiner Anhänger im einzelnen nicht nur viel geistreich Gedachtes, sondern wohl auch richtig Gesehenes.“ „Das Lesen der Werke Freuds und vieler Arbeiten seiner Sphule ist trotz des inneren Widerspruches häufig wegen der formvollendeten Darstellung ein Genuß.“
Die Referenten für „Allgemeine Psychiatrie“ (Grimme), „Funktionelle Psychosen“ (Umpfenbach) und „Neurosen“ (Laehr) haben von der Psychoanalyse keine Notiz genommen.
Im Literaturverzeichnis werden aus der psychoanalytischen Literatur des Berichtjahres folgende Werke angeführt:
Freuds „Traumdeutung“ (6. Auflage), Abrahams „Klinische Beiträge zur Psychoanalyse“, Stärckes „Psychoanalyse und Psychiatrie“ und schließlich Abrahams kleine Mitteilung über „Zwei Fehlhandlungen einer Hebephrenen“.
Wer sich erinnert, daß in jenem Jahre außer vielen anderen Arbeiten unserer Wissenschaft auch die — für die Psychologie der manischen Zustände grundlegende — „Massenpsychologie und Ichanalyse“ von Freud erschienen ist, kann diese Art der Berichterstattung nicht gerade für erschöpfend halten.
Radó (Berlin)