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Unter den gegenwärtigen Strömungen in der Psychiatrie berücksichtigt Bumke besonders die Psychoanalyse. Obwohl er sich als ihr Gegner bekennt, gesteht er der psychoanalytischen Schule doch einen außerordentlichen Erfolg zu und meint, daß erst durch ihren Einfluß Psychologie und Psychopathologie zu ihren eigentlichen Aufgaben zurückgeführt wurden. „Nur weil die offizielle psychologische Wissenschaft einst gar so wirklichkeitsfremd war, weil sie von den tatsächlichen seelischen Erlebnissen scheinbar so sehr wenig wußte und weil sie dem, der wirklich von der Seele etwas zu erfahren wünschte, Steine reichte anstatt Brot, nur deshalb ist dieser Erfolg überhaupt möglich gewesen.“
Sonderbarerweise kommt der gleiche Autor zu der Schlußfolgerung, die psychoanalytische Richtung sei bereits im Verebben, ohne daß er für diese Meinung etwas anderes als seine „Überzeugungen“ anführt.
Ohne die negative Einstellung des Autors zur Psychoanalyse zu übersehen, darf man doch behaupten, daß eine Anerkennung des Wirkens unserer Wissenschaft in solcher Form noch vor wenigen Jahren unmöglich gewesen wäre.
Abraham (Berlin)