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Man kennt das seinerzeit Epoche machende kasuistische Werk; mehr als zwei Drittel der mitgeteilten Krankengeschichten sind von Moll neu eingefügt. Trotzdem ist es fast nur der alte Wein in neuen, dickeren Schläuchen; man konstatiert zu wenig Bemühen um die Psychogenese der Inversion und Perversionen und vor allem um die vielen Ergebnisse der Psychoanalyse. Dieselbe wird auch nicht als Therapie anerkannt, und an ihrer Statt gegen die Perversionen die Molls ehe „Assoziationstherapie“ empfohlen: sie bestehe in der „richtigen Leitung der Vorstellungen, in der methodischen Ausbildung der normalen und in der methodischen Unterdrückung der perversen.“ Der männliche Homosexuelle solle nur mit weiblichen Personen zusammentreffen, ausgesuchte Lektüre treiben, die willkürlichen perversen Phantasien unterdrücken, von den unwillkürlichen sich ablenken. Außerdem solle er willkürlich normale Vorstellungen in sich hervorrufen.
Hitschmann (Wien)