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Auf S. 65 des vorliegenden Buches gibt uns der Autor als das Ziel seiner Abhandlung an, „bestimmte, bei manisch-depressiven Kranken erhobene Befunde für die Sexualtheorie nutzbar zu machen.“ Wir meinen, daß sein Buch nicht nur diese Aufgabe glänzend gelöst, sondern weit mehr geleistet hat als dies. Es wirft zunächst neues Licht auf die normalen und pathologischen Verhältnisse der psychosexuellen Entwicklung, indem es bisher nicht erfaßte Tatsachen aufzeigt und in den Zusammenhang der Libidotheorie einreiht. Durch die neuen Einsichten wird dann die Triebdynamik von Krankheitsbildern erhellt, die bisher der analytischen Aufklärung nicht zugänglich waren. Schließlich trägt das Buch Entscheidendes zur Psychologie dieser Krankheitszustände bei. Die von Freud begründete psychologische Erkenntnis der Melancholie und Manie findet hier tiefgehende Ergänzung. Auch diese Krankheiten entstehen — wie der Autor überzeugend darlegt — durchgängig auf regressiver Grundlage und die „endogenen“ Erkrankungen erscheinen daher den „psychogenen“ nicht mehr prinzipiell entgegengesetzt; vielmehr führt der Versuch, jene mit Hilfe der psychoanalytischen Libidotheorie verständlich zu machen, zu einer äußerst glücklichen gegenseitigen Befruchtung, von der die Psychologie der manisch-depressiven Zustände in gleicher Weise gefördert wird wie die Libidotheorie. Daß diese Funde rein empirischer Natur sind und sich von jeder Spekulation frei halten, hätte uns der Autor nicht erst nachdrücklich versichern müssen. Jeder Satz der in prägnantem und klarem Stil geschriebenen Abhandlung trägt die Zeichen langjähriger und mühsamer praktischer Arbeit an sich; die eingestreuten Bruchstücke aus Krankengeschichten, die leider manchmal allzu kurz gehalten sein mußten, überzeugen nicht nur völlig von der empirischklinischen Natur aller Behauptungen, sondern sind in ihrer Kürze und Prägnanz auch Meisterstücke psychoanalytischer Darstellungskunst.
Der Umfang des Büchleins ist, ohne daß die Klarheit der Ausführungen