You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die empirische Feststellung des Unbewußten ist zuerst der Hypnose gelungen, und zwar ausgehend von Bernheims posthypnotischem Experiment. Diese Grundlage der psychoanalytischen Theorie ist von ihr übernommen worden, aber der psychoanalytischen Technik blieb es vorbehalten, die Tragweite dieses Fundes und seine Bedeutung für die Erkenntnis des Seelenlebens überhaupt zu ermitteln.
Bald nachdem in den „Studien“ von Breuer und Freud die Fundamente der psychoanalytischen Theorie gelegt worden waren, hatte sich die Hypnose als ungenügendes Hilfsmittel zum weiteren Ausbau erwiesen. Unsere erste Frage hinsichtlich der Wechselbeziehungen zwischen Theorie und Technik muß demnach lauten: Warum war die Hypnose unfähig, noch weiteres Material für unsere Theorie zu liefern? Oder anders gefaßt: Warum mußte sich an dieses erste Stück Theorie notwendigerweise eine von der Hypnose unabhängige Technik anschließen?
Zahlreiche Anzeichen beweisen uns, daß durch die Hypnose außerordentlich große Libidoquantitäten in Bewegung gesetzt werden. Die Unterwürfigkeit gegen den Hypnotiseur, die Fähigkeit, auf seinen Befehl in einen anderen Bewußtseinszustand überzugehen, die Möglichkeit eventueller somatischer Veränderungen auf psychischer Grundlage — alles dies beweist, wie stark die libidinösen Strömungen sein müssen, die durch die Situation der Hypnose und die Person des Hypnotiseurs im Hypnotisierten erregt worden sind. Diese Vorgänge verlaufen bei beiden beteiligten Personen zur Gänze innerhalb desselben psychischen Systems, d. h. sie bleiben unbewußt. Daß dies für den psychischen Ablauf auch beim Hypnotiseur gilt, wird durch seine Hilflosigkeit der eigenen Technik