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Meine Damen und Herren! Ich habe mir heute die Aufgabe gestellt, jene Veränderung des psychischen Systems nach unserer metapsychologischen Darstellungsweise zu beschreiben, welche wir durch eine psychoanalytische Kur anstreben. Diese Veränderung geschieht durch einen Vorgang, welcher von einem Anfangszustand, von einer Psychoneurose, zum Endzustand der Heilung führt. Bevor ich zur Lösung der gestellten Aufgabe fortschreite, möchte ich einige allgemeine Richtlinien angeben. Bei der metapsychologischen Analyse der durch die Kur angestrebten Ichveränderung halte ich mich an die topisch-dynamische Lehre von Freud über den Aufbau des seelischen Apparates. Diese Lehre betrachte ich als die letzte Konsequenz unserer gesamten klinischen Erfahrung. Indem ich diese letzten Folgerungen wieder auf ihr empirisches Substrat anzuwenden versuche, trachte ich den steilen Weg zu rekonstruieren, welchen der Gründer dieser Theorie in der schöpferischen Richtung zurückgelegt haben mag. Bei der metapsychologischen Beschreibung der seelischen Vorgänge während der Kur, welche zur angestrebten Veränderung führen, meine ich die Kur nach der Technik, wie wir sie aus Freuds diesbezüglichen Arbeiten kennen, wobei ich Gelegenheit haben werde, neue Vorschläge und Fortschritte von dem Gesichtspunkte der Metapsychologie zu prüfen.
Wählen wir zum Ausgangspunkte unserer Betrachtungen den Ausgangspunkt der Kur selbst, den neurotischen Zustand, und versuchen wir, ihn in einer allgemeingültigen, für jede Neurose charakteristischen Weise zu beschreiben. Nicht die chronologische Rücksicht bestimmt uns zur Wahl dieses Ausgangspunktes, sondern die Erfahrung, daß es leichter ist, aus dem kranken Zustand den gesunden zu verstehen, als umgekehrt. Die Krankheit bedeutet eine dynamische Triebkraft für die Forschung, man muß sie verstehen, und zwar richtig, um sie heilen zu können. Die voranalytische