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Das vorliegende Erfahrungsmaterial ergab sich aus der Psychoanalyse eines Patienten, der an Impotenz mit Angstzuständen und Depressionen leidet. Der Patient, dem es infolge seiner Minderwertigkeitsgefühle fast unmöglich ist, in
seinem Beruf etwas zu erreichen, oder in gesellschaftliche Beziehungen zu treten, hat nur eine Möglichkeit, sich zeitweise „vollwertig“ zu fühlen und seiner Komplexeinstellungen restlos Herr zu werden. Er bringt es nämlich zustande, sich eifrig in allen möglichen Formen des Sports zu betätigen. Im Laufe der Analyse hatten wir oft Gelegenheit, die Beziehungen zwischen seinen sportlichen Interessen und seinen Symptomen aufzudecken und festzustellen, welche Triebregungen dabei desexualisiert, bzw. sublimiert wurden und in welcher Weise es dem Patienten gelungen ist, seinen Kastrationskomplex zu überwinden, d. h. dessen Ausdruck in Minderwertigkeitsgefühlen in der sportlichen Betätigung zu kompensieren. Obwohl diese Ermittlungen dem Analytiker nichts Neues bieten, erscheint mir doch das gewonnene Material eines Berichtes wert, weil die frühinfantilen Erlebnisse des Patienten einen Einblick gewähren in den Mechanismus, dessen sich die Komplexe bedienten, um den psychischen Apparat durch eben diese Abfuhrform zu entlasten. Dieser Mechanismus, der an und für sich auch nichts Neues für uns bietet, scheint mir aber in diesem Zusammenhang der Aufmerksamkeit würdig zu sein und etwas für die Psychologie des Sportes prinzipiell Wichtiges darzustellen.1
Während der Analyse hatten wir mehrmals Gelegenheit uns mit einem Traum zu beschäftigen, der, in verschiedenen Variationen auftretend, sich seit der ersten Kindheit immer mit demselben Inhalt wiederholte und mit intensivstem Angstaffekt verbunden war. Ein kugeliges Gebilde, ein Ball, ein Luftballon, ein rundes Gebäude, eine romanische Säule, eine Wolke von kugeliger Form, ein exotischer Vogel usw. schwebt in diesem Traume über seinem Kopfe und droht ihn beim Herunterfallen zu vernichten. Der Patient sucht