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Die von dem Autor in diesem Buche niedergelegten Erfahrungen über die Keimdrüsentransplantation bei Keimdrüsenverlust, Keimdrüsenatrophie, Eunuchoidismus und Homosexualität haben Anspruch auf das psychoanalytische Interesse. Nach mehrfachen Angaben, und wie der Verfasser auf Grund eigener Beobachtungen bestätigen zu können glaubt, bestehen die psychischen Erscheinungen nach Operation oder traumatischem Verlust der Sexualorgane in depressiven, melancholischen Stimmungen, mangelndem Interesse an der Außenwelt, Verminderung der Energie, rascher Ermüdbarkeit bei geistigen Anstrengungen, Unlust zur Arbeit, Lebensüberdruß. Diese psychischen Veränderungen eilen den nach der Kastration auftretenden körperlichen Symptomen um Wochen voraus. Aus den angeführten Krankengeschichten und Operationsprotokollen ist zu entnehmen, daß nach Hodenimplantation bei Individuen mit traumatischer Kastration, bei denen jede geschlechtliche Erregung verschwunden war und Erektionen nicht mehr auftraten, sieben Tage nach der Operation die ersten Erektionen und vierzehn Tage später bereits erotische Träume und sexuelle Begehrungen sich einstellten. In weiteren vier bis sechs Wochen war bei mehreren Fällen normaler Geschlechtsverkehr mit mäßiger Ejakulation möglich. Ein Patient, der drei Monate nach der Kastration operiert worden war, heiratete ein Jahr nach der Operation und ist nach nunmehr achtjähriger Beobachtung völlig gesund; ebenso ein nach einem Jahr operierter Fall. Ein Patient, bei dem zehn Jahre nach Verlust der Testes die Implantation vorgenommen wurde, verlief ebenso günstig. In diesem Falle war die Kastration im Alter von 32 Jahren erfolgt. Aber auch ein Patient, der im Alter von 14 Jahren nach einer Leistenbruchoperation eine Hodenschrumpfung mit allen Folgeerscheinungen in der Körperentwicklung (Eunuchoidismus) erlitten hatte, seither niemals ein Geschlechtsgefühl, keine erotischen Träume noch Erektionen gekannt hatte, bei dem dann elf Jahre später die Implantation vorgenommen wurd