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Den vierten Band der „Medizin der Gegenwart“ wird jeder Psychoanalytiker als eine besondere Gabe betrachten, denn er enthält Freuds „Selbstdarstellung“, eine Schrift, die ebenso fein ist in der intimen Zeichnung des Persönlichen wie stark und scharf umrissen in der Darstellung des Werkes. Wir erfahren vieles
von dem, was Freud bereits in der „Geschichte der psychoanalytischen Bewegung“ gegeben hat, in einem „neuen Mengungsverhältnis zwischen subjektiver und objektiver Darstellung, zwischen biographischem und historischem Interesse“, in neuen frischen Wendungen, zum Teil ausführlicher als dort, so über seine Studenten- und Assistentenzeit, über seine Beziehungen zu Charcot, die gemeinsame Arbeit mit Breuer und die schmerzliche aber unausweichliche Trennung von ihm und über die Abwendung von Jung und Adler. Des weiteren ist die Entwicklung seit dem Erscheinen der „Geschichte“ hinzugefügt.
Die sachliche Darstellung der Psychoanalyse vermag Freud auf einem äußerst knappen Raum mit markanten Sätzen und einer Reihe neuer, erstaunlich konziser Formulierungen zu geben, an denen jeder Psychoanalytiker seine besondere Freude haben wird, wie sie andererseits geeignet sind, prinzipielle Mißverständnisse draußen Stehender zu beseitigen.
Müller-Braunschweig (Berlin)